Kaum eine Organisation steht so unter Veränderungsdruck wie die öffentliche Verwaltung. Digitalisierung, Fachkräftemangel, das Ausscheiden ganzer Jahrgänge und steigende Erwartungen von Bürgerschaft und Politik treffen gleichzeitig aufeinander. In einer Befragung von Führungskräften der Bundesverwaltung durch Oliver Wyman gaben rund 79 Prozent an, dass Führung dringend mit mehr Veränderungskompetenz ausgestattet werden müsse.
Der Wille zur Veränderung ist also da. Trotzdem versanden viele Vorhaben. Neue Software wird eingeführt und dann nicht genutzt, Reorganisationen bleiben auf dem Papier, Projekte verlieren nach dem ersten Schwung an Fahrt. Woran liegt das, und wie gelingt es besser?
Dieser Artikel zeigt Ihnen, warum Change Management in der Verwaltung besonders anspruchsvoll ist und mit welchen Prinzipien und Schritten Sie Veränderungen so gestalten, dass sie tatsächlich tragen.
Warum Veränderung in der Verwaltung schwerer ist als anderswoVeränderung scheitert in der Verwaltung selten an der Technik und fast nie an guten Konzepten. Sie scheitert am Menschen, genauer: daran, ob es gelingt, die Mitarbeitenden für das Neue zu gewinnen.
Dafür gibt es strukturelle Gründe. Verwaltungen sind auf Verlässlichkeit und Rechtssicherheit ausgelegt, nicht auf schnelles Experimentieren. Hierarchien sind ausgeprägt, Zuständigkeiten klar abgegrenzt, und viele Mitarbeitende haben über Jahre erlebt, dass die nächste Reform die übernächste wieder kassiert. Diese Erfahrung erzeugt eine verständliche Skepsis: Warum sich auf etwas einlassen, das ohnehin wieder vergeht?
Wer Wandel in der Verwaltung gestalten will, muss diese Ausgangslage ernst nehmen. Veränderung lässt sich hier nicht anordnen, sie muss ermöglicht und getragen werden. Und der entscheidende Hebel dafür sind die Führungskräfte auf allen Ebenen.
Die wirksamsten Veränderungen beginnen, bevor der Druck unausweichlich wird. Wer erst handelt, wenn nichts mehr geht, gestaltet nicht mehr – er verwaltet die Krise. Veränderung ist keine Ausnahmesituation, sondern eine Daueraufgabe. Wer das verinnerlicht, kommt aus dem Reagieren ins Gestalten.
Der Erfolg eines Vorhabens entscheidet sich daran, ob die Betroffenen es mittragen. Das gelingt nur, wenn sie eine ehrliche Antwort auf die Frage bekommen: Was bedeutet das für mich, und was habe ich davon? Veränderung, die nur von oben verkündet wird, erzeugt Widerstand. Veränderung, an der die Mitarbeitenden beteiligt sind, erzeugt Identifikation – und damit die Bereitschaft, das Neue auch wirklich zu tragen.
Schweigen füllt sich in jeder Organisation mit Gerüchten. Kommunizieren Sie früh, regelmäßig und ehrlich, auch das, was noch nicht feststeht. Eine offene Information über den Stand der Dinge schafft mehr Vertrauen als die perfekte Hochglanz-Botschaft zum Schluss.
Menschen folgen einer Veränderung, deren Sinn und Ziel sie verstehen. Ein klares, verständlich formuliertes Zukunftsbild gibt Orientierung und Halt, gerade wenn der Weg dorthin noch holprig ist.
Damit aus Prinzipien Praxis wird, hier der bewährte Ablauf:
Ein solcher Prozess erstreckt sich über mehrere Etappen und gelingt erfahrungsgemäß am besten mit externer Begleitung, die den Weg strukturiert, das Tempo hält und auch unbequeme Wahrheiten ausspricht. Bei öffentlichen Aufträgen ist hierfür häufig ein Ausschreibungsverfahren nach VOL erforderlich.
Am Ende läuft alles auf die Führung hinaus. Eine Verwaltung verändert sich genau so weit, wie ihre Führungskräfte den Wandel tragen. Deshalb ist die systematische Entwicklung der Führungskräfte kein Nebenschauplatz, sondern der Kern jeder erfolgreichen Verwaltungsmodernisierung. Wie das konkret aussieht, lesen Sie in Führungskräfteentwicklung in der öffentlichen Verwaltung.
Arne Bär begleitet öffentliche Verwaltungen bei Veränderungsprozessen und der Entwicklung einer modernen, kooperativen Führungskultur, als Umsetzungspartner, der innerhalb Ihres Budgets arbeitet und das Ausschreibungsverfahren nach VOL kennt. Referenzen aus der Praxis sind unter anderem der OOWV, der Landkreis Verden, der Landkreis Uelzen und das DRK im Landkreis Diepholz.
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Warum scheitern Veränderungen in der öffentlichen Verwaltung so oft? Selten an der Technik oder am Konzept, fast immer am Faktor Mensch. Wenn es nicht gelingt, die Mitarbeitenden für das Neue zu gewinnen und sie zu beteiligen, entsteht Widerstand, und das Vorhaben versandet, sobald der erste Schwung nachlässt.
Lässt sich Change Management in der hierarchischen Verwaltung überhaupt umsetzen? Ja. Es geht nicht darum, Hierarchie oder Rechtssicherheit aufzugeben, sondern darum, Beteiligung zu ermöglichen und Führungskräfte zu Trägern des Wandels zu machen. Innerhalb des verwaltungsrechtlichen Rahmens ist viel mehr möglich, als oft angenommen wird.
Welche Rolle spielen die Führungskräfte? Die zentrale. Eine Verwaltung verändert sich nur so weit, wie ihre Führungskräfte die Veränderung verstehen, vertreten und vorleben. Deshalb ist Führungskräfteentwicklung der wirksamste Hebel jeder Verwaltungsmodernisierung.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem externen Begleiter, und wie wird beauftragt? Üblich ist ein Verfahren nach VOL. Ein erfahrener Umsetzungspartner kennt dieses Verfahren und kann das gesamte Projekt inklusive Ausschreibungsbegleitung übernehmen. Den passenden Rahmen klären Sie am besten in einem unverbindlichen Erstgespräch.
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